Das Vorbereitungsseminar und meine Einsatzstelle


Das Vorbereitungsseminar und meine Einsatzstelle

Was sind überhaupt Camphill Communities?

Quelle: www.mournegrange.org


Meine Einsatzstelle ist die Camphill Community Mourne Grange in Kilkeel, Nordirland.
Meine Einsatzstelle (Quelle: Google maps)

Mourne Grange liegt bei der Stadt Newry, nah an der Grenze zu Irland. Es ist eine Wohngemeinschaft, die nach den Ansätzen der Camphill-Bewegung geführt wird. Das heißt, dass in diesem dorfähnlichen Camphill Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen/Behinderungen zusammen mit ihren Betreuern und deren Familien in Häusern auf dem Gelände leben.
Auch auf dem Gelände sind verschiedene "workshops", wie eine Bäckerein und eine Wäscherei, ein Garten, in dem Obst und Gemüse angepflanzt werden, und eine Farm. Die residents, wie man die Bewohner mit Behinderung dort nennt, arbeiten in den Werkstätten, auf der Farm und im Garten zusammen mit ihren Betreuern, sodass sie ein möglichst selbstständiges Leben führen können. Es wird jeden Tag gemeinsam gegessen und die Community versucht, sich weitgehend selbst zu versorgen. Musik und Kunst spielen ebenfalls eine große Rolle.
Wenn euch meine Einsatzstelle interessiert, könnt ihr euch hier oder hier mehr anschauen.

Das Vorbereitungsseminar

Am 01. August 2017 ging es für mich und 49 andere "Bald-Freiwillige" in die Jugendherberge Wetzlar zu einem 10-tägigen Vorbereitungsseminar. Alle diese Teilnehmer werden bald über Nordirland, Schottland, Irland, Kanada und die USA verteilt sein und haben ihre Einsatzstelle bei den Freunden gefunden. Am Anfang haben wir uns alle gefragt "Was wollen wir hier eigentlich 10 Tage machen? Da reichen doch bestimmt auch 5 dafür.", doch schon nach den ersten 2-3 Tagen hat man Menschen kennen gelernt, die man nicht mehr "hergeben" möchte und die alle irgendwie das gleiche Vorhaben bestreiten. Viele Teilnehmer haben Leute kennen gelernt, die das ganze Jahr mit ihnen in der Einsatzstelle verbringen werden, aus meiner Einsatzstelle war leider keiner dabei, aber desto mehr bin ich jetzt auf die Menschen gespannt, die ich dort kennen lernen werde!

"Evening rise, spirit comes,
Sun goes down and the day is done.
Mother earth awakens me
with the heartbeat of the sea."

Das ist eines der Lieder, die wir oft zusammen gesungen haben
Ich war begeistert von der Lage, es war wirklich wunderschön!


Auf dem Seminar haben wir in verschiedenen Seminareinheiten langsam begonnen, die Hintergründe und Verwaltungsaufgaben zu verstehen, die so ein Jahr mit sich bringt. Wir haben erfahren, welche Aufgaben wir als Freiwillige haben und dort haben werden. Wir wurden langsam auf diese ganze Wadorf-Pädagogik und das Leben im Camphill vorbereitet, was wir - vor allem wenn man nicht von der Waldorf-Schule kam, wie ich - ziemlich gut gebrauchen konnten, da hier viele Zweifel hingen. Ein weiterer großer Bestandteil dieser 10 Tage war es, sich über sich selbst Gedanken zu machen und ein bisschen klarer zu werden, wer wir eigentlich sind. Diese Frage wird uns in unserem Auslandsjahr mit Sicherheit weiterhin begleiten. Manche Einheiten handelten davon, wie wir uns in Konflikten verhalten sollen oder was für eine große Rolle die Kommunikation spielt, andere, wie ein Leben im Camphill überhaupt abläuft.
Wir haben außerdem sehr viele Gespräche geführt, teils als Bestandteil unserer Einheiten, bei denen es zu uns hieß "Ihr 2 oder 3 geht jetzt eine Stunde raus, spazieren oder setzt euch irgendwo hin, und erzählt euch was euch bei diesem Jahr Angst macht.", teils abends, wenn wir zusammen saßen. An den Abenden haben wir viel gelacht, es kam aber auch vor dass wir emotional wurden und man auf einmal mit 3 Leuten im Arm dastand und weinte.
Einige Seminareinheiten haben wir in Kleingruppen verbracht, in unserer Kleingruppe waren es 15 Leute, in denen wir offen über Ängste, Freude und alle anderen Gefühle reden konnten, die uns im Kopf rumschwebten oder bedrückten. Unsere Kleingruppenleiter haben uns dann mit ihren Erfahrungsberichten weiter die Angst genommen und sind einfach super auf uns eingegangen
 - hier nochmal ein riesiges DANKESCHÖN an euch, ihr wart die besten Kleingruppenleiter, die man sich vorstellen kann!
Der letzte Abend in unserer Kleingruppe hat uns dann alle etwas mehr in unserem Vorhaben bestärkt, da wir eine kleine "Feedback-Runde" gemacht haben, in der jeder jedem noch einmal gesagt hat, welche Eigenschaften er an der Person mag oder bewundert und jeder nochmal ein paar liebe Worte mit auf den Weg bekommen hat ("Am Anfang war ich froh, dass ich nicht so viel mit dir zu tun hatte" gehört da definitiv nicht dazu, danke J.:D)
Am letzten Tag unseres Seminars haben wir noch einmal ein Gedicht mit auf den Weg bekommen, das ihr euch, wenn es euch interessiert, hier durchlesen könnt. Mich hat es sehr zum Nachdenken gebracht.
Außerdem bekamen wir alle einen kleinen Weggefährten, der uns durch das ganze Jahr begleiten und immer an das Seminar und die Menschen dort erinnern wird.

Meine kleine Wegbegleiterin Enya.
Enya bedeutet "kleine Flamme", was ich ziemlich passend fand, da wir alle in unserem Jahr bestimmt auch ab und zu einen kleinen Funken Hoffnung oder eine kleine Flamme gebrauchen können.

Insgesamt gingen die 10 Tage dann doch schneller vorbei, als man am Anfang dachte, wir haben super Gespräche geführt, unglaublich viel gelacht und ich habe Menschen kennengelernt, die ich hoffentlich weiterhin sehen werde und nicht mehr missen möchte!
Hier noch einmal danke an alle restlichen Teilnehmer, die das Seminar zu dem wundervollen Erlebnis gemacht haben, das es dann letztendlich war ♥

Hier habe ich noch einige Bilder vom Seminar

Unser letzter gemeinsamer Abend

Lagerfeuer und Stockbrot!

Der Steinkreis wurde unser Lieblings-Treffpunkt am Abend zum gemeinsamen Singen und Reden


 Bis zum nächsten Post, eure Jovana!

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